Fragen und Antworten

Hier finden Sie Informationen rund um die Verteilung, die Aufbewahrung und die Wirkung von Jodtabletten sowie zum richtigen Verhalten bei einem schweren Kernkraftwerkunfall.

Sie können eine Zusammenstellung aller Fragen und Antworten als PDF-Datei herunterladen.

Tiere

Haus- und Nutztiere wie Hunde, Katzen und Kühe sind Säugetiere, weshalb deren Schilddrüse gleich wie beim Menschen funktioniert. Da jedoch die Dosierung bei Tieren viel niedriger ist (sie liegt je nach Tierart 10 bis 1000-fach tiefer als bei Menschen) ist von einer Verabreichung von Jodtabletten an Tiere abzuraten. Nur Kühe würden sie vertragen, bei allen anderen Tieren würden diese Tabletten eine massive Überdosierung darstellen. Sind Sie an weiteren Informationen interessiert, sprechen Sie bitte bei Ihrem nächsten Besuch mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt darüber und bringen Sie dabei dieses Blatt mit zusätzlichen Angaben zur Anwendung bei Tieren mit.

Die Dosierungen für Haus- und Nutztiere sind in der Regel deutlich niedriger als beim Menschen. Folgende Richtwerte sind bei der Dosierung anzusetzen:

  • Hund: 0.033 mg/kg (Milligramm pro kg Körpergewicht)
  • Katze (ausgewachsen): 0.1 µg/kg (Millionstel Gramm pro kg Körpergewicht)
  • Kätzchen: 0.3 µg/kg (Millionstel Gramm pro kg Körpergewicht)
  • Geflügel: 0.35 mg/kg (Milligramm pro kg Körpergewicht)
  • Kühe: Die europäische Gesetzgebung erlaubt bis 165 mg/Kuh/Tag für eine Milchleistung von 15 kg/Tag. Weiterhin werden 50 ppm im Futter empfohlen. Aus einer anderen Quelle werden 24 mg/Tag während der letzten Trächtigkeitsphase und 48 mg/Tag am Anfang der Laktation empfohlen.

Grenzwerte:

  • Kälber: Dosen bis 80-100 ppm werden problemlos ertragen, danach wird eine reduzierte Gewichtszunahme beobachtet
  • Milchkühe: 400 mg/Tag wurden ohne unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) verabreicht
  • Schafe: bis 150 mg/Tag ohne UAWs (höhere Dosen verursachten eine reduzierte Gewichtszunahme)
  • Schweine: mit 400 ppm wurden Schilddrüsenvergrösserung und reduzierter Eisengehalt der Leber beobachtet (andere Studien berichten von bis 2500 ppm ohne UAWs)
  • Pferd: Bei Stuten, die 48-55 mg Iod erhielten, wurde eine dreiprozentige Inzidenz von Kropf bei Fohlen beobachtet (mit 56-69 mg, 10% und mit 288-432 mg, 50%)
  • Bei 15 kg schweren Hunde wurden bis 59 mg/kg problemlos ertragen (z.T. wurde Erbrechen beobachtet)