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Ich bin über 45 Jahre alt und habe gehört, dass ich in meinem Alter die Jodtabletten nicht einnehmen soll. Was muss ich denn jetzt machen?

Die WHO (World Health Organization Geneva / Weltgesundheitsorganisation in Genf) empfiehlt die vorsorgliche Bereitstellung von Jodtabletten für Bewohner, die in der Umgebung eines Kernkraftwerks leben.

Eine Einnahme dieser Tabletten wird von verschiedenen Experten auch für über 45-Jährige empfohlen, wenn bei Austritt von Strahlung mit einer Strahlenabsorption von über 1 Gray zu rechnen ist.

Je älter man wird, desto ‚unempfindlicher’ wird die Schilddrüse gegenüber radioaktivem Jod und desto kleiner wird das Risiko eines späteren Schilddrüsenkrebses. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass Leute über 45 Jahre ein bis 10-fach geringeres Risiko haben als junge Erwachsene. Mit zunehmendem Alter steigt hingegen bei der Gabe von Jodtabletten das Risiko von Nebenwirkungen in Form einer vorübergehenden Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose). Das Auftreten dieser Nebenwirkungen ist in Ländern mit guter Jodversorgung (z.B. jodiertes Kochsalz in der Schweiz) weniger wahrscheinlich. Anders ist das in Ländern mit schlechter Jodversorgung. Dort wird das Risiko, eine Schilddrüsenüberfunktion zu entwickeln, als relevant eingestuft und für Personen über 45 keine Einnahme von Kaliumiodtabletten im Ereignisfall empfohlen.

In der Schweiz wurde beschlossen, für alle Einwohnerinnen und Einwohner Kaliumiodidtabletten einzulagern.