Fragen und Antworten

Verteilung

Weshalb werden Jodtabletten vorsorglich verteilt?

Hochdosierte Jodtabletten dienen der Prophylaxe von Schilddrüsenkrebs bei einem Kernkraft-Störfall, bei dem Radioaktivität austritt. Rechtzeitig eingenommen verhindern sie, dass sich über die Atemluft aufgenommenes radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert. Damit im Ereignisfall die Jodtabletten schnell verfügbar sind, werden sie vorsorglich verteilt.

Die Verteilung der Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) dient lediglich der schnellen Bereitstellung im Ereignisfall. Ob oder wann in einem Ereignisfall eine Einnahme angeordnet wird, hängt von der regionalen radioaktiven Belastung ab, welche z.B. von den Windverhältnissen und der Entfernung zum Ereignisort abhängt.

An wen werden Jodtabletten verteilt?

In einem Umkreis von 50 km eines Schweizer Kernkraftwerks erhält die ganze Bevölkerung (vom Kleinkind bis zum Senior) eine Packung «Kaliumiodid 65 AApot » à 2 x 6 Tabletten. Die Tabletten werden mit jeder Verteilaktion direkt an die Haushalte verteilt.

Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger erhalten bei der Anmeldung auf der Gemeinde einen Bezugsschein; mit diesem können sie die Jodtabletten (Kaliumidodid 65 AApot) kostenlos in der Apotheke oder Drogerie beziehen.

Zudem werden Packungen an alle Betriebe und öffentlichen Einrichtungen (unter anderem Schulen, Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Behörden) abgegeben. Im behördlich deklarierten Ereignisfall werden die Jodtabletten an die Personen, die vor Ort sind, verteilt.

Bei der Neuverteilung von Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) im Herbst 2014 kam eine Neuerung zum Tragen: Bei der letzten Verteilung im Jahr 2004/2005 wurden die Jodtabletten lediglich im Umkreis von 20 Kilometern um die Schweizer Kernkraftwerke direkt an die Bevölkerung abgegeben; darüber hinaus wurden die Tabletten dezentral eingelagert. Um die Prävention noch besser zu gestalten hat der Bundesrat im Januar 2014 entschieden, den Radius für die direkte Verteilung an die Bevölkerung von 20 auf 50 Kilometer auszuweiten.

Warum werden nochmals für zehn Jahre Kaliumiodidtabletten verteilt, wo die Kernkraftwerke wegen der Energiewende doch demnächst vom Netz gehen?

Die Laufzeiten der fünf Kernkraftwerke in der Schweiz sind noch Gegenstand der politischen Diskussion. Überdies besteht nach der Abschaltung – in der Phase des Rückbaus – weiterhin das Risiko einer radioaktiven Belastung bei einem Kernkraft-Störfall.

Woher weiss ich, ob ich von der Jodtabletten-Verteilung betroffen bin? Wo kann ich mich erkundigen?

Das Gebiet 50 Kilometer um die fünf Schweizer Kernkraftwerke umfasst 1300 Gemeinden. Wer in einer dieser Gemeinden wohnt, wurde im Herbst 2014 automatisch mit Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot) und mit den dazugehörigen Informationen beliefert.

Was enthält eine Schachtel Jodtabletten (Kaliumiodid 65 AApot)?

Jede Schachtel Kaliumiodid 65 AApot enthält 2 Blister à 6 Tabletten sowie eine dreisprachige Packungsbeilage. In der Schweiz enthalten die Tabletten jeweils 65 mg Kaliumiodid. Die Blister sind undurchsichtig und mit einer zusätzlichen weissen Schutzfolie geschützt, um einer versehentlichen Einnahme durch Kinder vorzubeugen. Die Kaliumiodid 65 AApot Tabletten, die ab Herbst 2014 im Rahmen der Neuverteilung per Post an die Bevölkerung abgegeben werden, befinden sich zudem in einer Versandpackung. Neben der Packungsbeilage in jeder Schachtel Kaliumiodid 65 AApot Tabletten befindet sich in der Versandpackung auch eine Kurzinformation (Informationsblatt) in acht Sprachen: deutsch, französisch, italienisch, englisch, serbisch, albanisch, türkisch und portugiesisch.

Das Verfalldatum ist nur auf der eigentlichen Kaliumiodid 65 AApot Schachtel aufgedruckt.

Wann werden die Jodtabletten ausgetauscht?

Die Jodtabletten werden am Ende der Haltbarkeit vom Bund in geeigneter Art zurückgerufen, der fachgemässen Entsorgung zugeführt, und es werden neue Tabletten verteilt. Die Tabletten sind so lange aufzubewahren, bis die Behörden dazu auffordern, sie zurückzugeben.

Kostet die Steuerzahler die Verteilung der Jodtabletten etwas?

Die Kosten der Verteilung übernehmen die Betreiber der Kernkraftwerke.